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3. März 2026
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ÇETİN AY SAGT: „Im Iran explodieren Bomben.“

Wir leben in einer Zeit, in der Amerika und Israel von Iran bombardiert werden und einander bombardieren. In der Region herrscht ein offener militärischer Krieg. Doch die entscheidende Frage ist, was diese Bombardierungen vor Ort tatsächlich bewirken.

Denn ein Land zu bombardieren ist das eine, es in die Knie zu zwingen etwas ganz anderes. Die Geschichte ist voll von Beispielen dafür. Große Armeen, mächtige Luftstreitkräfte und Billionen-Dollar-Militärbudgets garantieren nicht immer den Sieg.

Wenn nach den ersten Kriegstagen noch immer kein klares Bild davon erkennbar ist, dass Irans militärische Kapazitäten vollständig lahmgelegt sind, dann müssen Fragen gestellt werden.

Der israelische Journalist Alon Mizrahi formuliert es so:

„Wir erleben Geschichte. Iran greift amerikanische Stützpunkte so umfassend und entschieden an und überrascht damit alle, dass die Welt darauf nicht vorbereitet ist.“

Laut Mizrahi ist es Iran gelungen, das militärische Gleichgewicht in der Region innerhalb weniger Tage zu erschüttern. Amerikanische Stützpunkte in Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien sind über Jahrzehnte errichtete Anlagen, die Billionen von Dollar gekostet haben. Trotzdem gibt es Behauptungen, dass Radarsysteme und militärische Ausrüstung im Wert von Hunderten Millionen Dollar zerstört wurden.

Ein weiterer auffälliger Punkt ist der Informationsfluss. Erinnern wir uns an den Irakkrieg. Jede Nacht wurden Bilder von Bombardierungen übertragen, die Operationen wurden der Welt quasi live gezeigt. Heute gibt es keine Bilder von derselben Intensität.

Dies wirft die Frage auf: Wenn die größte Luftwaffe der Welt tatsächlich die absolute Lufthoheit über den iranischen Luftraum erlangt hat, wo sind dann diese Bilder?

Es ist nicht einfach, die militärischen Kapazitäten eines großen Landes wie Iran in kurzer Zeit zu zerstören. Iran hat sich jahrelang auf ein solches Szenario vorbereitet und einen bedeutenden Teil seiner militärischen Infrastruktur unterirdisch verlegt.

Doch es gibt eine größere Dimension des Problems.

Sollten die USA aus diesem Konflikt stark geschwächt hervorgehen, werden die Auswirkungen nicht nur auf Iran und die USA beschränkt sein. Diese Situation könnte auch die Zukunft der NATO und das globale Machtgleichgewicht beeinflussen. Denn das Rückgrat der NATO sind die USA. Wenn Amerika schwächelt, schwächelt auch die NATO.

Und eine Wahrheit wird immer deutlicher: Wenn Amerika diesen Kampf verliert, wird der Gewinner der entstehenden neuen Ordnung nicht der Iran sein.

Das eigentliche Problem ist die sich verändernde Weltordnung.

Die Welt entfernt sich seit Langem von der unipolaren amerikanischen Ordnung. Der Aufstieg Asiens, neue Wirtschaftsblöcke und sich verschiebende Machtverhältnisse sind Anzeichen dafür.

Tatsächlich werden in einigen Strategiekreisen drei kritische Szenarien diskutiert, die intern im Pentagon erörtert werden.

Erstes Szenario: Ein langwieriger Krieg. Amerika kann den Iran nicht schnell in die Knie zwingen, und der Krieg entwickelt sich zu einem jahrelangen Abnutzungskampf.

Zweites Szenario: Regionale Ausweitung. Der Konflikt wird sich nicht auf den Iran beschränken; der Persische Golf und seine Umgebung werden in eine größere Krise hineingezogen.

Drittes Szenario: Eine globale Machtverschiebung. Wenn Amerika aus diesem Prozess stark geschwächt hervorgeht, könnte sich die Welt rasch von einer unipolaren Ordnung zu einem multipolaren Machtgleichgewicht wandeln.

Vielleicht wird die Welt im Laufe des Jahres 2027 mit einer neuen Realität konfrontiert:

Die Welt wird nicht länger von einer einzigen Macht beherrscht werden.

Der Ausgang dieses Krieges könnte nicht nur den Iran, sondern auch das Machtgleichgewicht des 21. Jahrhunderts bestimmen.

Cetin Ay

Präsident der BWA

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